Auckland
Die größte Stadt Neuseelands hat viele Namen: „City of Sails“, da in ihrem Hafen, vor allem in den Sommermonaten, unzählige Segelboote umherschippern und sie schon mehrmals Austragungsort des America’s Cup Yacht Rennens war, „City of Adrenalin“, da die Stadt ein breites Angebot an Sportarten mit hohem Nervenkitzel-Faktor anbietet, wie den Bungy Jump vom Sky Tower oder der Harbour Bridge, Sky Diving, Fallschirmspringen und vieles mehr, „Business and Media Capital“, da in Auckland die großen Medienanstalten angesiedelt sind und sich das Finanzwesen und Geschäftsleben zum größten Teil hier abspielt; vor allem aber ist Auckland aber eine Stadt, die die Geister scheidet.
Die Stadt vereint viele Nationen und Kulturen und obwohl sie das einerseits sehr interessant macht und in vielen Bereichen, wie dem kulinarischen, zu Hochleistungen antreibt und inspiriert, ist Auckland aus dem gleichen Grund wohl die am wenigsten neuseeländisch-authentische Stadt. Während im Rest des Landes Natur und breite Weideflächen regieren und die höchsten Gipfel die Natur selbst kreiert hat, sprießen hier Hochhäuser aus dem Boden, eins nebst dem anderen, die Stadt scheint geradezu überbevölkert (tatsächlich leben in Auckland gut ein Viertel der Gesamtbevölkerung) und wer die Freiheit und den unbändigen Freiraum im Rest des Landes kennt, wird hier das Gefühl haben, erdrückt zu werden. Kein Wunder also, das Auckland bei den meisten Neuseeländern skeptisch betrachtet wird und dessen Einwohner mit einem oft verächtlichen Lächeln als „Townies“ abgestempelt werden, die keine Ahnung von der Welt haben – zumindest keine von der Welt, in der nach wie vor der Großteil der Bevölkerung lebt, nämlich das Landleben fernab von jedem Großstadttrubel.
Auf der anderen Seite ist der Kontrast, den Auckland bietet, zwischen moderner Großstadt, die bestrebt zu sein scheint, anderen Welthauptstädten nachzueifern, und der nach wie vor vorherrschenden umgebenen Natur sehr spannend. Wo auf der Welt kann man sonst noch nach getaner Arbeit im Business Distrikt aus dem Anzug springen und in die Badesachen schlüpfen, um an einen der wildesten und legendärsten Strände Neuseelands zu fahren, der sich gerade mal 40 Minuten Autofahrt vom Stadtzentrum befindet, oder die Wanderschuhe auspacken und in die Wildnis des Regenwaldes abtauchen, von dem Auckland ummantelt wird. Kaum aus der Innenstadt heraus, sieht man auf den Vulkanbergen, die in Auckland wie Pilze aus dem Boden geschossen zu sein scheinen, auch schon die ersten Schafe. Auch das landwirtschaftliche Leben ist also nicht weit und wer mag kann in Gulf Harbour, 45 Minuten Bootsfahrt von der Innenstadt entfernt, gleich alles auf einmal erleben: Kühe streicheln, den Busch erkunden und anschließend am Strand faulenzen.
Und auch kulturell hat die größte Stadt des Landes einiges zu bieten. Ausstellungen in der Art Gallery wechseln regelmäßig und präsentieren beeindruckende einheimische wie internationale Künstler und das preisgekrönte Auckland War Memorial Museum bietet die größte Ausstellung von Maori Schätzen der ganzen Welt. Letztlich hat das facettenreiche Auckland also für jeden, ob jung oder alt, Adrenalinjunky, Kulturforscher oder Strandfaulenzer, etwas zu bieten und auch wenn es nicht das echte, ursprüngliche Neuseeland widerspiegeln mag, so ist es dennoch eine Stadt, die Aufmerksamkeit und Interesse auf sich zieht und allein deshalb definitiv einen Besuch wert ist.

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