Wetter in Neuseeland
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Wetter in Neuseeland

Neuseeland und die Sonne

Wenn der Wettermann in Deutschland ankündigt, dass es an einem Frühlingstag 21 Grad und Sonnenscheine gäbe, packt der deutsche Bürger seine Winterjacke ein und tauscht sie gegen das leichte Strickjäckchen aus. Wenn in Neuseeland die Wettervorhersage „21 Grad und Sonne“ lautet, lassen die Kiwis die Hüllen fallen und legen sich im Bikini in den Park oder an den Strand. Das liegt einerseits an der Natur vor allem der weniger sonnen-begünstigten Auckländer nach einem langen regnerischen Winter jeden Sonnenstrahl voll aus zu kosten. Auf der anderen Seite hat diese knappe Kleidung aber auch durchaus seine Berechtigung. Die Sonnenstrahlung in Neuseeland ist um einiges intensiver als in Deutschland oder Österreich und so fühlen sich 20 Grad in der prallen Sonne auch gleich viel wärmer an, als man es von zu Hause gewöhnt ist. Das ist einerseits sehr angenehm, vor allem da die Temperaturen in Neuseeland bei weitem nicht die Werte erreichen wie in Australien oder in Teilen Südeuropas. Andererseits ist die starke UV-Strahlung aber auch sehr gefährlich. 25 Grad werden gerne mal unterschätzt und auch schon bei tieferen Temperaturen herrscht ein hohes Risiko, einen schmerzhaften Sonnenbrand zu bekommen, der im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen kann. Tatsächlich ist Hautkrebs die am häufigsten in Neuseeland auftretende Krebsart und das Land gilt als eines mit der höchsten Hautkrebsrate de Welt. Daher gilt es immer großzügig Sonnenschutz in Form von Sunblocker oder die Schulten bedeckender Kleidung zu verwenden.

Die sonnigste Region Neuseelands ist Gisborne an der Ostküste der Nordinsel mit durchschnittlich 2500 Sonnenstunden im Jahr (zum Vergleich: Deutschlands sonnigster Ort Freiburg hat im Durchschnitt lediglich 1700 Sonnenstunden pro Jahr). Generell sind die Temperaturen auf der Nordinsel höher als auf der Südinsel, was auf Neuseelands Lage in der südlichen Hemisphäre zurückzuführen ist. Der hohe Norden bietet tropisch-heiße Temperaturen im Sommer und einen sehr milden Winter, während der tiefe Süden im Winter ausreichend Schnee für Rodelfahrten und Skiausflüge bietet. Der Temperaturunterschied zwischen Nord- und Südinsel beträgt durchschnittlich etwa 6°C; das bedeutet, wenn an der Nordspitze angenehm warme 20 Grad herrschen, ist es im Süden mit 14 Grad noch relativ frisch. Nichtsdestotrotz gibt es auch auf der Südinsel sonnenverwöhnte Orte und der Universitätsstandort mit dem höchsten Sonnenfaktor befindet sich auch tatsächlich hier, im Norden der Südinsel, in Nelson. Dieses kann nicht nur mit zahlreichen beliebten Nationalparks, einer künstlerischen Atmosphäre und wunderschönen Stränden sondern auch mit 2400 Sonnenstunden im Jahr glänzen. Dicht gefolgt wird Nelson von Tauranga an der Bay of Plenty auf der Nordinsel, das ebenfalls ein sonnenreiches Semester verspricht.

Im Allgemeinen gilt für das Wetter in Neuseeland das Gleiche wie für dessen landschaftliche Vielfalt: es ist von allem was vorhanden. Für Sonnenanbeter gibt es die sonnige Nordspitze und die heiße Ostküste der Nordinsel mit schönen weißen Stränden, für Liebhaber von Regen und Regenwäldern bietet sich die Westküste der Nordinsel an, Bergwanderer und Skifahrer finden im Süden und an der Westküste der Südinsel ihr Paradies. Und wer sich einfach nicht entscheiden kann, ob er lieber Sonne, Regen oder eine kühle Prise möchte, stationiert sich am besten in Auckland, das allgemein dafür bekannt ist, an einem einzigen Tag gerne mal die Highlights aller vier Jahreszeiten zu präsentieren: den milden Frühling, den sonnig-heißen Sommer, den verregneten Herbst und den kühlen Winter. Insbesondere hier, aber auch für den Rest des Landes gilt, dass man auf alles vorbereitet sein sollte und vom Bikini bis zur warmen regen- und windfesten Jacke am besten alles im Gepäck hat.